Gesund steuern: Damit Nachwuchsleistung nachhaltig gelingt
Wie lassen sich sportliche Entwicklung, Schule, Alltag und Regeneration in ein gesundes Gleichgewicht bringen? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich das Symposium Nachwuchs- und Leistungssport 2026 unter dem Motto «Sport im Lot». Rund 100 Teilnehmende trafen sich am 15. September in der Giesserei Zürich-Oerlikon zum fachlichen Austausch.
Dr. Katharina Albertin zeigte in ihrem Referat «Gesund steuern» auf, dass Nachwuchsleistungssport weit mehr verlangt als Trainingsplanung und Wettkampfvorbereitung. Junge Athletinnen und Athleten müssen gleichzeitig sportliche Anforderungen, schulische Verpflichtungen, persönliche Entwicklung und soziale Beziehungen bewältigen.
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Problemen
Mentale Gesundheit bedeutet nicht nur, psychische Belastungen oder Erkrankungen zu vermeiden. Entscheidend ist auch, ob sich junge Menschen entfalten, Selbstvertrauen entwickeln und mit Herausforderungen konstruktiv umgehen können.
Übertraining, mentale Erschöpfung, Verletzungen oder Essstörungen können Anzeichen dafür sein, dass die Balance verloren geht. Schutz bieten unter anderem eine gesunde Motivation, realistische Ziele, ein stabiler Selbstwert sowie Interessen und Beziehungen ausserhalb des Sports.
Eine wichtige Rolle spielen dabei drei psychische Grundbedürfnisse:
- Autonomie: mitentscheiden und Verantwortung übernehmen können
- Kompetenz: die eigenen Stärken erkennen und Fortschritte erleben
- Zugehörigkeit: Wertschätzung, Vertrauen und Unterstützung erfahren
Unterstützen, fordern und Verantwortung übergeben
Eltern, Trainerinnen und Trainer, Vereine, Verbände und Schulen tragen gemeinsam Verantwortung für ein gesundes Umfeld. Die Herausforderung besteht darin, junge Athletinnen und Athleten zu unterstützen, ohne ihnen jede Schwierigkeit abzunehmen – und sie zu fordern, ohne sie zu überfordern.
Gesunde Entwicklung entsteht dort, wo Erwachsene aufmerksam bleiben, echtes Interesse am Befinden der jungen Menschen zeigen und ihnen schrittweise Verantwortung zutrauen. Ebenso wichtig ist es, Leistung und persönliche Zuwendung nicht miteinander zu verknüpfen: Ein junger Mensch ist mehr als seine sportlichen Resultate.
Nachwuchsleistungssport nachhaltig denken
Dr. Bryan Charbonnet ergänzte diese Perspektive mit der Frage, wie sportlicher Erfolg und Wohlbefinden langfristig miteinander vereinbar sind. Sein Modell eines «Donuts für den Nachwuchsleistungssport» soll den Sportorganisationen als Kompass dienen.
Im Zentrum steht nicht die Entscheidung zwischen Leistung und Gesundheit. Vielmehr gilt es, die Spannung zwischen internationalen Erfolgszielen und dem Wohlbefinden der Athletinnen und Athleten bewusst zu gestalten. Nachhaltige Förderung schafft Voraussetzungen für sportliche Spitzenleistungen, ohne die persönliche und gesundheitliche Entwicklung aus dem Blick zu verlieren.
Auch die anschliessende Diskussionsrunde mit Melanie Hasler, Regula Meili und Edgar Salis machte deutlich, wie vielfältig die Anforderungen im Nachwuchs- und Leistungssport sind. Zum Abschluss teilte Regierungsrat Mario Fehr seine Gedanken zu den Gründen für die sportlichen Erfolge der Schweiz.
ProBasket bedankt sich beim Sportamt des Kantons Zürich, bei allen Referierenden und Teilnehmenden für die wertvollen Impulse. Eine gesunde und nachhaltige Belastungssteuerung ist eine gemeinsame Aufgabe – und eine wichtige Voraussetzung dafür, dass junge Talente ihr Potenzial langfristig entfalten können.
Save the Date
Das nächste Symposium Nachwuchs- und Leistungssport findet am Donnerstag, 23. September 2027, ab 17.00 Uhr in der Giesserei Zürich-Oerlikon statt.
Weitere Informationen und Präsentationen:
- Gesund steuern – Dr. Katharina Albertin
- Nachhaltig fördern – Dr. Bryan Charbonnet
- Veranstaltungen des Sportamts des Kantons Zürich

Bild: Die Referentinnen und Referenten des Symposiums Nachwuchs- und Leistungssport 2026.