Datenhoheit im Sport: Warum unsere Informationen unser wichtigstes Asset sind

Datenhoheit im Sport: Warum unsere Informationen unser wichtigstes Asset sind


Als Geschäftsführer des Nord-Ostschweizer Basketballverbandes trage ich nicht nur die Verantwortung für die Organisation und Weiterentwicklung unseres Sports, sondern auch für die gesamte IT-Infrastruktur und den Umgang mit den dabei entstehenden Daten.

Und genau hier liegt ein Thema, das im Sport zunehmend entscheidend wird:

Die Hoheit über die eigenen Daten.

Datenschutz ist mehr als nur der Schutz persönlicher Daten


Wenn wir über Datenschutz sprechen, denken viele zuerst an Namen, Adressen oder Geburtsdaten. Und selbstverständlich ist es unsere Pflicht, diese persönlichen Informationen zu schützen.

Doch heute geht es um weit mehr.

Denn in einer Welt, in der Datenanalyse und künstliche Intelligenz rasant voranschreiten, entsteht aus scheinbar harmlosen Informationen ein enormer Wert:

  • Leistungsdaten von Spielerinnen und Spielern
  • Statistiken über Teams und Spielsysteme
  • Verletzungsmuster und Belastungsprofile
  • Entwicklungen über ganze Saisons hinweg
  • Beziehungen zwischen Training, Spielzeit und Erfolg


Wer grosse Datenmengen besitzt, kann daraus komplexe Zusammenhänge erkennen – und daraus Wissen gewinnen, das Wettbewerbsvorteile schafft.

Daten sind längst nicht mehr nur Verwaltung – sie sind strategisches Kapital.

Die Daten gehören dem Klub. Und dem Verband.


Jeder Klub, jeder Verband sollte deshalb ein klares Ziel verfolgen:

Die Hoheit über die eigenen Daten zu bewahren.

Denn wer die Kontrolle über seine Daten verliert, verliert langfristig auch Kontrolle über:

  • sportliche Entwicklung
  • wirtschaftliche Möglichkeiten
  • digitale Zukunftsfähigkeit

Kostenlose Apps sind selten wirklich kostenlos


Gerade im Sport erleben wir aktuell einen Boom an App-Anbietern:

Digitale Matchblätter, Statistiktools, Trainingsplattformen – oft zu erstaunlich günstigen Preisen oder sogar gratis. Doch hier ist Vorsicht geboten.

Denn häufig steht im Kleingedruckten:
Die Daten dürfen zu Analyse- und Vermarktungszwecken genutzt oder weitergegeben werden.

Das bedeutet im Klartext:

Man bezahlt nicht mit Geld – man bezahlt mit den eigenen Daten.

Und diese Daten sind das Wertvollste, was ein Verband oder Klub besitzt.

Cloud-Dienste ohne Kontrolle sind ein Risiko



Viele dieser Angebote basieren auf cloudbasierten Diensten, bei denen unklar bleibt:

  • Wo werden die Daten gespeichert?
  • Wer hat Zugriff darauf?
  • Wofür werden sie verwendet?
  • Welche Analysen werden im Hintergrund durchgeführt?
  • Welche Geschäftsmodelle entstehen daraus?

    Gerade im Sport, wo Daten langfristig ganze Generationen von Spielerprofilen und Vereinsentwicklungen abbilden, ist das ein Risiko, das nicht unterschätzt werden darf.

Bewusstsein schaffen: Delegiertenversammlung im grössten Rechenzentrum der Schweiz



Aus genau diesem Grund haben wir als Verband auch bewusst ein Zeichen gesetzt:

Die letztjährige Delegiertenversammlung hat im grössten Rechenzentrum der Schweiz stattgefunden – bei Digital Realty in Zürich.

Nicht zufällig, sondern mit einer klaren Botschaft:

Daten gehören dorthin, wo sie sicher, kontrollierbar und unter Schweizer Recht geschützt sind.

Denn Daten, die auf Schweizer Boden auf einem eigenen Server in einem Schweizer Rechenzentrum liegen, sind in der Regel deutlich transparenter und besser steuerbar als Daten, die über Cloud-Dienste im Ausland verteilt werden – oft ohne echte Kontrolle darüber, wer sie nutzt und wofür.

Diese Versammlung sollte genau dieses Bewusstsein stärken:

Digitale Infrastruktur ist nicht abstrakt – sie ist der Ort, an dem die Zukunft unseres Sports gespeichert wird.

Meine Haltung ist klar: Verwaltung in der Schweiz



Darum gilt für uns ein Grundsatz:

Schweizweite Verwaltung – auf sicheren Servern in einem Schweizer Rechenzentrum.

Die Daten unseres Sports gehören hierher.

Nicht irgendwohin auf Plattformen, deren Geschäftsmodell wir nicht kontrollieren.

Digitale Tools gehören in eigene Hände – auch wenn es schmerzt



Natürlich: Digitale Matchblätter, Statistiksysteme und moderne Sportplattformen kosten Geld. Und ja – eine eigene Lösung zu betreiben kann zunächst eine Investition sein, die schmerzt.

Aber die Alternative ist teurer:

Die langfristige Abgabe des grössten Assets, das wir besitzen: unsere Daten.

Denn wer die Daten besitzt, besitzt die Zukunft.

Fazit: Datenhoheit ist Sporthoheit


Im modernen Sport geht es nicht mehr nur um Punkte, Körbe und Tabellen.

Es geht auch um:

  • digitale Selbstbestimmung
  • strategische Kontrolle
  • nachhaltige Entwicklung
  • Schutz des eigenen sportlichen Wertes


Deshalb ist es unsere Verantwortung als Klubs und Verbände, nicht nur den Sport zu organisieren, sondern auch unsere Daten in eigenen Händen zu behalten.

Denn wer seine Daten verkauft, verkauft langfristig ein Stück seiner Zukunft.

Wilhelm Pfeifer, Geschäftsführer ProBasket

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